Schon seit einigen Jahren versucht Apple das iPad in der öffentlichen Wahrnehmung als natürlichen Nachfolger traditioneller Laptops zu platzieren. Und während ich ebenfalls in den letzten Jahren vermehrt iPads an Stelle eines günstigen Einsteigerlaptop empfohlen habe ist es für manche Anwender noch kein einhundertprozentiger Ersatz. Doch genau das wird sich im September grundlegend ändern, wenn Apple iOS 13 und das explizit auf das iPad angepasste iPadOS für die breite Masse zur Verfügung stellt. Warum iPadOS der größte Softwareupdate aller Zeiten darstellt erläutere ich in den folgenden Zeilen.

Ausgereiftes Multitasking

Multitasking beherrscht das iPad ja schon eine ganze Weile. Bisher wirkte das ganze allerdings noch sehr rudimentär. Das wird iPadsOS grundlegend ändern. Zum einen wird es nun möglich auch zweimal die gleiche App nebeneinander zu öffnen. Zwei Safari- oder Wordfenster zusammen im Splitscreen sind nun endlich möglich. Dabei merkt sich iPad auch sämtliche geöffneten Instanzen jeder App und kann bei Touch auf das jeweilige Appsymbol im Dock die von MacOS bekannte App Exposé Ansicht darstellen. Damit sind nun auch wirklich produktive Textworkflows inklusive Drag&Drop möglich.

Externe Laufwerke

Ein Punkt der viele potentielle iPad Käufer bisher vom Kauf abgehalten hat, ist das iOS bis dato absolut nichts mit externen Speichermedien anfangen kann. Lediglich SD Karten von einer Digitalkamera lassen sich an iPhone und iPad anschließen und dann auch ausschließlich zur Übertragung von Fotos in die iOS Fotos App. Mal eben eine Excel Tabelle von einem Kollegen per USB Stick übertragen? Bisher schlicht unmöglich.

Doch auch hier schafft iOS 13 und iPadOS endlich Abhilfe. Denn nun ist es möglich sämtliche externe Speichermedien wie USB Sticks, SD-Karte oder sogar externe Festplatten oder SSDs an das iPad anzuschließen und über die Dateien App die Daten organisieren, kopieren und vieles mehr. Zusätzlich dazu is es App Entwicklern auch möglich externe Speichermedien direkt in ihrer App anzusprechen. Somit können Fotos beispielsweise direkt in Lightroom auf dem iPad importiert werden oder Word Dokumente direkt auf einem USB Stick bearbeitet werden.

Damit werden auch kompliziertere Workflows die auf intensiven Datenaustausch und Dateitransfer angewiesen sind endlich problemlos auf dem iPad möglich.

Maus Unterstützung

Was lange währt wird endlich gut. So könnte man die nun vorhandene Mausunterstützung deuten. Denn mit iPadOS wird es tatsächlich erstmal möglich sein, sein iPad auch mit Hilfe einer Maus oder eines Trackpads zu benutzen. Gerade Excelnutzer, aber auch Leute die Videoschnitt und Textbearbeitung zu ihrem Aufgaben zählen, können sich nun neben dem Apple Pencil auf ein weiteres präzises Eingabegerät freuen, das die Arbeit mit dem iPad vermutlich enorm erleichtern wird.

Aber auch Umsteiger die von einem Laptop auf ein iPad wechseln wollen kann eine solche Mausunterstützung die Lernkurve deutlich abflachen, da grundlegende Funktionen wie vom Laptop gewohnt erst einmal mit der Maus ausgeführt werden können, bevor man die Touchinteraktion mit dem Gerät verinnerlicht hat.

Desktop Safari

Bisher war man es gewohnt, dass manche Webseiten auf dem iPad in der mobilen Version geladen wurden, die zwar für kleinere Bildschirme optimierte sind, oft aber nicht die volle Funktionalität zur Verfügung stellen. Doch auch damit wird mit iPadOS und iOS 13 Schluss sein. Von nun an lädt Safari auf dem iPad standardmäßig die Desktop Version einer angesurften Website. Damit ist es nun auch endlich möglich beispielsweise WordPress Seite von einem iPad aus zu betreuen.

Fazit

Mit iOS 13 und iPadOS ist Apple meiner Ansicht nach rein ziemlich großer Wurf gelungen. Endlich wurden die größten Kritikpunkte in Angriff genommen und hervorragend umgesetzt. Neben den von mir genannten Neuerungen, hält iOS 13 und iPad OS noch viele weitere Verbessungen bereit. Angefangen beim Darkmode, über SignIn with Apple bis hin zur nativen Font Unterstützung wird dieses Jahr so ziemlich jeder iPad Nutzer mit nützlichen Neuerungen konfrontiert. Wenn Apple diese Entwicklungsgeschwindigkeit beim iPad OS weiter beibehalten kann, sehe ich eine rosige Zukunft für das mobile Computing mit dem iPad.

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